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Flurnamenschilder in der Brakelsieker Feldmark

Flurnamen-Schilder in der Brakelsieker Feldmark

Die Orts-und Flurnamen im ländlichen Bereich sind ursprünglich Wörter der Alltagssprache, die einen bestimmten Teil  einer  Landschaft bezeichnen und dort oft Jahrhunderte lang haften bleiben. Dadurch werden sie zu Zeugen  der Kulturgeschichte, aber auch der Sprach-u. Siedlungsgeschichte. Sie sind unbestritten ein wichtiges Kulturgut. Flurnamen sind heute vielfach bedroht,  als  Ursachen sind die Zersiedlung der Landschaft, Änderung der Agrarstruktur, Wandel in der Bevölkerung und Verlust der Mundart zu nennen. Ferner mussten bäuerliche Betriebe aufgegeben oder umstrukturiert werden. Zudem verändert die Mechanisierung der Landwirtschaft das Verhältnis der Landwirte zu dem Land, das sie bebauen. In Verbindung mit diesen Entwicklungen griff auch die Flurbereinigung nachhaltig in die gewachsene Namenlandschaft ein, indem sie große Feldlagen umformte. Schon als man im 19. Jahrhundert die Flurnamen bei der Aufstellung des Grundsteuerkatasters schriftlich festlegte (katasteramtliche Schreibweise), wurden – aus Sicht der Namensforscher – schlimme Fehler gemacht. Einzelne Namen wurden entstellt , die  in der „verhochdeutschten“ Form zu unsinnigen Deutungen führten.

Selbst im heutigen digitalen Katasternachweis ist ein Wandel eingetreten, der sich auf den Bestand der Flurnamen auswirkt. Während es früher erforderlich war, jedes einzelne Ackerstück mit Namen zu bezeichnen, um es von den Nachbargrundstücken zu unterscheiden -z.B. wenn jemand dorthin geschickt werden sollte, um eine Arbeit zu verrichten – genügen heute, wenn der Landwirt seine großen Flächen selbst rationell und maschinell bewirtschaftet, wenige Namen oder sogar nur noch die GPS-Daten, um sich mit dem Handy, Laptop oder mit dem satellitengesteuerten Traktor zu orientieren. Flurnamen werden im Grundstücksverkehr nicht mehr benötigt; es genügt die Flurstücksnummer, um eine Parzelle genau zu bezeichnen. Doch für viele Einheimische sind diese Namen ein Teil ihres Heimatgefühls und sie sind auch schützenswerte Denkmäler der Geschichte und Sprache.

Der Heimatverein Brakelsiek hat sich nunmehr entschlossen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken  und stellt in der Brakelsieker Feldmark an markanten Stellen Hinweisschilder mit den überlieferten Flur- und Gewannnhttps://www.brakelsiek.de/wp-content/uploads/sites/65/2021/08/Flurnamen.pdfamen und den Wegbezeichnungen auf.

Werner Loke sen. hat für ca. 40 Schilder die Namen auf Lärchenbretter gefräst, mit Betonfüßen versehen und mit Friedr. Kochsmeier an Ort und Stelle in der Feldflur aufgestellt. In diesem Zusammenhang wurde  gleichzeitig auch die Beschilderung an den Haupt-Wanderwegen an wichtigen Wegekreuzungen ergänzt.

Bärental

schreibweise auch Behrenthal

Langer Talgrund bis an die Lother Gemarkung – bis 1880 noch mit Eichen besetzt – schon 1848 ist ein Teil der Eichen für den Wiederaufbau des Dorfes nach dem Großen Brand vom 10.Mai verwand worden.

n. Preuß in “Lippische Flurnamen” eher wohl nicht die Namensgebung vom “Bär” sondern von Beeren – also Beerenthal.

 

Brettstuhl

die Namensgebung ist unbekannt, es ist anzunehmen, das der Name aus dem Abbild der Ur-Katasterkarte herrührt, wobei das Grundstück mit dem nach Osten verlaufenden Feldweg [als Lehne] der Form eines großen Stuhles ähnelt.

Auf’n Rühnköppen

Feldlage westlich des Wöbbelschen Weges am nördlichen Ende vom Mittelberg’s Weg. Namentlich bezogen auf den Zustand der Ackerfläche nach der Bearbeitung. Sprichwörtlich ähneln die  nach dem Pflügen und Eggen noch vorhandenen Erdklumpen dem Kopf eines “Rühn” [Hundes].

Weitere Beschreibungen sind unter dem Link : Flurnamen  vorhanden!

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